Astrozytom

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Georg Dirnberger

Dr. Georg Dirnberger

Priv.-Doz. Mag. Dr. Georg Dirnberger Facharzt für Neurologie & Psychologe

Was ist ein Astrozytom?

Ein Astrozytom ist ein Gehirntumor, der aus speziellen Stützzellen (sog. Astrozyten) des Gehirns entsteht. Astrozytome gehören zur Gruppe der Gliome. Selten kann auch das Rückenmark betroffen sein.

Nach dem Zelltyp werden Unterformen unterschieden:

  • diffuses Astrozytom
  • pilozytisches Astrozytom
  • pleomorphes Xanthoastrozytom
  • subependymales Riesenzellastrozytom
  • desmoplastisches Astrozytom

Typische Symptome

Typische Beschwerden bei Astrozytom sind Kopfschmerz, Übelkeit/Erbrechen, epileptische Anfälle, Lähmungen, Seh- oder Persönlichkeitsstörungen. Diese Symptome und viele weitere Begriffe werden unter Gehirntumore näher erläutert.

Meist gutartiger Tumor

Der sogenannte WHO-Grad bemisst, wie sehr sich Tumorzellen von gesundem Gewebe unterscheiden und wie häufig sie sich teilen.

Astrozytome sind meist relativ gutartig (WHO Grad 1 oder 2). Das bedeutet, dass sie langsam verdrängend wachsen und vom umgebenden gesunden Gewebe klar abgegrenzt sind – was auch die Therapie bzw. Operation erleichtert.

Über Jahre können sich aber selbst gutartige Astrozytome bösartig verändern (WHO Grad 3 oder 4) und dann aggressiv weiterwachsen. Deshalb sind rechtzeitige Diagnose und Therapie wichtig.

Ursachen des Astrozytoms

Astrozytome entstehen durch unkontrollierte Vermehrung von Astrozyten, einer Untergruppe von Gliazellen (Stützzellen) in Gehirn und Rückenmark. Die genaue Ursache für diese fehlerhafte ungebremste Zellvermehrung ist im Einzelfall meist unbekannt.

Wer ist betroffen?

Astrozytome können Menschen jedes Alters betreffen, von Kindern bis zu älteren Erwachsenen.

Niedriggradige Astrozytome (WHO Grad 1 und 2) treten öfter bei Kindern und jungen Erwachsenen auf, während höhergradige Astrozytome (WHO Grad 3 und 4) bei älteren Menschen häufiger sind.

Der größte Risikofaktor für die Entwicklung aller niedriggradigen Gliome ist eine vorangegangene Bestrahlung des Kopfs. Zudem haben Männer generell ein höheres Risiko für Gliome als Frauen. Auch Personen mit höherem Bildungsniveau unterliegen einem größeren Risiko. Astrozytome treten außerdem bei Patienten mit Neurofibromatose Typ 1, Turcot Syndrom oder Li Fraumeni Syndrom, drei seltenen Erbkrankheiten, gehäuft auf.

Wie häufig sind Astrozytome?

Astrozytome sind die häufigsten primären Hirntumore. Die Inzidenz über alle Subtypen liegt bei ca. 7 von 100.000 Menschen pro Jahr.

Besonderheiten

Bei niedriggradigen Astrozytomen entfällt oft ein großer Teil der Raumforderung auf flüssigkeitsgefüllte Zysten, welche die raumfordernde Wirkung des Tumors erhöhen.

Wie werden Astrozytome diagnostiziert?

Nach einer neurologischen körperlichen Untersuchung erfolgt die Diagnose mithilfe von Magnetresonanztomografie (MR), Computertomografie (CT) sowie Blutuntersuchungen. Intraoperativ wird routinemäßig eine Biopsie und mikroskopische feingewebliche Untersuchungen vorgenommen. Dies informiert den Chirurgen darüber, wie gut- oder bösartig der gerade operierte Tumor ist und wie groß daher der Sicherheitsabstand zu gesundem Hirngewebe sein sollte.

Therapie des Astrozytoms

Vorrangig besteht die Behandlung aus einer möglichst raschen Operation mit möglichst kompletter Resektion des Tumors ohne dabei wichtige Gehirnfunktionen zu stören. Tumorlage, Größe und Wünsche des Patienten werden hierbei berücksichtigt.

Eine anschließende Strahlen- oder Chemotherapie ist nur bei aggressiveren oder inkomplett entfernbaren Tumoren nötig. Die Therapie mit elektrischen Wechselfeldern ist eine neue ergänzende Option.

Prognose

Der festgestellte Grad des Tumors hat großen Einfluss auf den weiteren Verlauf des Lebens und der Erkrankung. Die häufigen Astrozytome des WHO Grades 1 haben die günstigste Prognose. Fünf Jahre nach der Diagnose des Tumors leben hier noch 90 % der Patienten, eine neuerliche Operation ist selten nötig. Bei Patienten mit Tumoren vom Grad 2 ist hingegen oft nach einigen Jahren eine weitere Operation notwendig, und bei Grad 3 wächst Tumorgewebe noch rascher nach.

Wann soll ich einen Neurologen aufsuchen?

Sie sollten einen Neurologen konsultieren, wenn Sie an Bewusstseinsstörungen, Tagesmüdigkeit, häufigem Kopfschmerz, Seh- oder Hörstörungen leiden. Ebenso sollte bei Vergesslichkeit, Sprachschwierigkeiten, Schwäche oder Missempfindungen eine fachärztliche Abklärung begonnen werden.

Häufig gestellte Fragen

  • Was ist ein Astrozytom?

    Ein Astrozytom ist einer der häufigsten Hirntumore. Er entsteht aus Astrozyten, das sind Gehirnzellen mit mechanisch stützender und elektrisch isolierender Funktion.

  • Wie entsteht ein Astrozytom?

    Im konkreten Einzelfall lässt sich die Ursache nie nachweisen. Statistisch können Astrozytom durch genetischer Veranlagung, familiäre Vorbelastung, Strahlenexposition und Immunschwäche begünstigt werden.

  • Welche Beschwerden treten typischerweise auf?

    Typische Symptome eines Astrozytoms sind Kopfschmerz, Übelkeit, Müdigkeit, Krampfanfälle und Sehstörungen. Es kann auch zu einer Wesensänderung, Hörminderung, Lähmung oder Empfindungsstörung kommen.

  • Wer ist betroffen?

    Das Astrozytom ist der häufigste Gehirntumor bei Kindern, tritt aber auch bei jungen Erwachsen auf. Männer erkranken häufiger an Astrozytomen.

  • Sind Astrozytome erblich?

    Es gibt seltene Syndrome, die eine stark erhöhtes Risiko für Astrozytome mit sich bringen. Die meisten Astrozytome haben jedoch keine oder eine nur geringe erbliche Komponente. Nur etwa 5-10% der auftretenden Fälle scheinen erblich bedingt zu sein.

  • Wie häufig sind Astrozytome?

    Obwohl sie zu den “häufigeren” Gehirntumoren zählen, sind Astrozytom selten. An primären Astrozytomen erkranken jährlich etwa 7 von 100.000 Menschen.

  • Wie wird die Diagnose Astrozytom erstellt?

    Die Diagnose eines Astrozytoms erfolgt in mehreren Schritten, beginnend mit Anamnese und neurologischen Untersuchungen bis hin zu bildgebenden Verfahren.

  • Sind Astrozytome heilbar?

    Die Heilbarkeit hängt entscheidend davon ab, ob der Tumor gutartig oder bösartig ist. Auch Lage und Größe sind wichtig. Während gutartige Formen durch operative Entfernung oft vollständig und dauerhaft geheilt werden können, liegt bei bösartigen Formen der Fokus auf Lebensverlängerung und dem Erhalt der Lebensqualität.

  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Astrozytome können operativ, durch Strahlen- und Chemotherapie behandelt werden. Die Wahl der optimalen Therapie richtet sich nach Art, Ort und Größe des Tumors, der Gesundheit des Patienten und seinen Wünschen.

  • Was geschieht, wenn ein Astrozytom unbehandelt bleibt?

    Je nach genauem Zelltyp des Tumors erleidet der Patient bleibende Schäden oder verstirbt.

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